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Baby tragen: Die richtige Technik

Wie Sie Ihr Kind am besten auf den Arm nehmen
Wenn Babys zur Welt kommen, wollen und müssen sie getragen werden – denn sie sind Traglinge. Erfahren Sie, was das bedeutet und welche Tragetechniken es gibt.

Babys sind Traglinge – was bedeutet das?

Von Geburt an gehört es für Babys dazu, dass sie getragen werden. Es beruhigt sie, verstärkt die Eltern-Kind-Bindung, ist gesundheitsfördernd und sorgt für mehr Mobilität.

Bonding: Tragen vermittelt Geborgenheit

Biologen ordnen den Menschen der Gattung der Traglinge zu. Das bedeutet, dass Babys nach der Geburt so oft wie möglich getragen werden wollen. Das wird schon durch ihre Reaktionen deutlich: Ganz instinktiv bauen Säuglinge Körperspannung auf und ziehen die Beinchen an, sobald sie hochgehoben werden. Auf diese Weise unterstützen sie das Tragen. Am Körper ihrer Eltern nehmen Babys dann eine natürliche Trageposition ein, auch Anhock-Spreiz-Stellung genannt.

Wenn Sie einem Säugling Ihren Finger hinhalten, greift er mit seinen kleinen Händen bereits sehr kräftig zu. Mit dieser Fähigkeit kann er sich auch beim Tragen gut bei Mama oder Papa festklammern. Ebenso helfen die o-förmige Stellung der Beinchen und ihr Winkel dazu, sich optimal auf der Hüfte eines Erwachsenen abzustützen.

Das angeborene Verhalten ist für die Kindesentwicklung sehr förderlich. Wenn Sie Ihr Baby tragen, erfährt es die unmittelbare Berührung und Nähe der Mutter. Durch das Bonding verspürt es weniger Angst und Stress, schreit seltener, ist aufnahmefähiger und baut von Beginn an eine enge Beziehung zu Ihnen auf. Das Tragen regt Sinne wie Fühlen und Riechen an und das Baby erhält ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.

Bedürfnis nach liebevollem Körperkontakt

Wenn Sie Ihr Baby häufig tragen, fördern Sie damit nicht nur seine gesunde Entwicklung, sondern schaffen auch mehr Nähe und Geborgenheit.

Alles im Griff mit der richtigen Tragetechnik

Über den Tag verteilt erleben Sie mit Ihrem Baby viele unterschiedliche Situationen. Jede von ihnen erfordert eine andere Art des Tragens und die richtige Technik.

Die natürliche M-Position

Beim Hochheben nimmt jedes Baby instinktiv die M-Position, oder auch Anhock-Spreiz-Stellung, ein.

Baby tragen: Sicher und hüftschonend

Damit Ihr Baby sicher und stabil auf Ihrem Arm sitzt, ist es besonders vorteilhaft, wenn der Säugling die M-Position einnimmt. Sobald Sie Ihr Baby hochnehmen, werden Sie bemerken, dass es die Beinchen etwa bis zum Nabel anzieht und leicht nach außen spreizt.

Die Bezeichnung „M-Position“ ergibt sich aus der Rückansicht des Babys: Sehen Sie es von hinten, bilden Beine und Po ein M. Diese Position wird empfohlen, da sie besonders schonend ist. Die Hüfte des Babys rutscht nach vorne, der Rücken macht sich rund, sodass Hüftköpfe und Wirbelsäule nicht unnötig belastet werden.

Kommt ein Tragetuch zum Einsatz, nimmt Ihr Kind ebenfalls diese natürliche Haltung ein. Deshalb sind die Tücher bereits kurz nach der Geburt zum Tragen von Babys geeignet. Eltern können Ihren Säugling auf diese Weise rückenschonend im Bauch-, Hüft- oder Rückenbereich tragen.

Das ist beim Tragen wichtig

  • Stellen Sie in den ersten sechs Monaten sicher, dass Sie das Köpfchen beim Tragen immer ausreichend stützen. Die Nackenmuskulatur des Babys ist noch nicht kräftig genug, um den Kopf allein zu halten.
  • Greifen Sie beim Hochnehmen mit beiden Händen unter die Arme Ihres Babys. Dabei stützen zwei Finger gleichzeitig den Kopf, sodass er nicht zur Seite oder nach hinten kippen kann.
  • Lassen Sie Beinchen und Po nicht in der Luft hängen, sondern achten Sie immer auf eine ausreichende Stütze durch einen Arm, der unter den Hintern greift.
  • Ihr Baby sollte anfangs mit dem Blick zu Ihnen gerichtet getragen werden, um es nicht mit zu vielen Sinneseindrücken zu überfordern.
  • Tragen Sie Ihr Baby auf Ihrer Hüfte und wechseln Sie regelmäßig die Seite, um Ihren Rücken zu entlasten.

Sicheren Halt geben

Wenn Sie Ihr Baby im Arm halten, muss der Kopf in den ersten Lebensmonaten stets gestützt werden.

Eine tragende Rolle: Sanfte Pflege für streichelzarte Babyhaut

Welche Tragehilfe passt zu mir?

Wenn Sie Ihr Baby tragen möchten, gibt es verschiedene Hilfsmittel: Tragetuch, Tragegurt und Tragesack. Mit diesen Tipps finden Sie das passende Modell für sich und Ihr Baby.

Entscheidung individuell treffen

Manche Eltern bevorzugen ein Tragetuch oder einen Tragegurt, andere verzichten komplett auf eine Tragehilfe, manchmal haben Mama und Papa unterschiedliche Vorlieben. Finden Sie für sich und Ihr Kind heraus, welche Trageoption die beste ist.

Hauptsache bequem und sicher

Ohne Tragehilfe sind sich Eltern und Kind zwar besonders nahe, allerdings kann dies über einen längeren Zeitraum anstrengend werden. Eine gute Alternative für viel Intimität ist das Tragetuch. Es gilt als die älteste Form der Tragehilfe und ist flexibel einsetzbar. Das Tuch kann vor dem Bauch, auf dem Rücken oder an der Hüfte gebunden werden.

Eine weitere Option ist der Tragesack. Ihr Baby sitzt in M-Position in einem Innensack. Kopf und Füße schauen heraus, der Rücken wird gestützt. Ein Außensack schützt vor Kälte. Anfangs tragen Sie Ihr Baby mit diesem Modell vor allem vor dem Bauch, wenn es schwerer wird, auch auf dem Rücken.

Wenn Sie viel mit Ihrem Kind unterwegs sind, eignen sich Rückentragen besonders gut. In dem festen Gestell ist Ihr Baby wie in einem Autositz mit Gurten gesichert. Dazu bieten die Tragen Extras wie Sonnendach und kleine Taschen. Solange die Nackenmuskulatur des Säuglings noch nicht ausgeprägt ist und sein Köpfchen noch nicht selber stabil halten kann, muss die Trage mit einer Kopfstütze ausgestattet sein.

Wie Sie Ihr Baby am besten tragen, hängt damit von Ihrer persönlichen Freizeitgestaltung, aber auch dem Wesen des Kindes ab. Ihr Baby sollte sich auf jeden Fall wohlfühlen. Achten Sie dafür auch auf eine ruhige Atmung und eine angenehme Körpertemperatur im Nackenbereich.