Bonding: Die magische Bedeutung von Berührung

Wie körperliche Nähe die Eltern-Kind-Beziehung stärkt
Bonding beschreibt die körperliche Nähe zwischen Eltern und Kind unmittelbar nach der Geburt und darüber hinaus. Sie wirkt sich positiv auf die Entwicklung des Babys aus.

Oxytocin: Das Hormon für die Emotion

Egal, ob noch Kind oder schon erwachsen: Berührungen lösen in jedem von uns Glücksgefühle aus. Verantwortlich ist dafür das Hormon Oxytocin, das durch Hautkontakt aktiviert wird. Dabei handelt es sich nicht nur um einen biochemischen Prozess, sondern es steckt viel mehr dahinter.

Die Anatomie von Berührungen

Berührungen haben unterschiedliche Wirkungen auf ein Baby. Sie können es beruhigen, Selbstvertrauen schenken und Sicherheit vermitteln. Entscheidend für diese Gefühle ist das Bindungshormon Oxytocin.

Warum Berührungen uns nicht allein von außen beeinflussen

Viele Eltern erleben mit Erstaunen und großer Freude, welche Gefühlsflut der Anblick ihres Babys immer wieder bei ihnen auslöst. Diese berauschende Liebe ist kein Zufall, sondern ein Kunststück des menschlichen Körpers. Bei Hautkontakt schüttet er Oxytocin aus, das sogenannte Bindungshormon.

Das Hormon, das 1906 von dem britischen Biochemiker Sir Henry Dale entdeckt wurde, ist maßgeblich am Geburtsprozess beteiligt, da es während der Geburt die Wehen auslöst. Außerdem steuert es nach der Geburt den Reflex der Milchausschüttung einer stillenden Mutter. Viele Frauen erleben zudem, dass sie während des Stillens ruhiger werden und abschalten können. Vor allem aber bildet und verstärkt es die emotionale Mutter-Kind-Beziehung.

Doch nicht nur Mütter kennen diesen Effekt: Bei uns allen wird das als „Kuschelhormon“ bekannte Oxytocin durch angenehmen Hautkontakt ausgeschüttet, z. B. durch Streicheln, Wärme oder Massage. Es stellt damit den Gegenspieler von Hormonen wie Adrenalin oder Kortisol dar. Diese strömen u. a. bei Stress oder Angst durch den Körper und lassen Herzfrequenz und Blutdruck steigen. Oxytocin hingegen beruhigt, entspannt und besänftigt.

Die Magie der Berührung

Liebevolle Berührungen können ein Baby beruhigen, trösten und entspannen. Doch sie sind noch viel mehr, denn über die Haut entdeckt ein Baby seine Welt. Für die kleinen Wesen sind Streicheleinheiten lebenswichtig und beeinflussen ihr ganzes Heranwachsen.

So geniessen Sie jede zarte Berührung

Die erste Berührung: Was ist die "Magic Hour"?

Die Geburt eines Babys ist ein großes Wunder – immer wieder aufs Neue: Sie wird sehnsüchtig von Mama und Papa erwartet, und erblickt der Nachwuchs das Licht der Welt, beginnt die Eltern-Kind-Verbindung und damit das sogenannte Bonding. Dabei nimmt die erste Lebensstunde eine ganz besondere Rolle ein.

Mehr als nur Kuscheln

Berührungen sind der Schlüssel zur Seele. Von Geburt an prägt der Hautkontakt zwischen Eltern und ihrem Kind dessen Entwicklung. Häufiges Streicheln und Kuscheln schafft Vertrauen, Sicherheit und hält gesund.

Die erste Stunde mit Ihrem Baby

Mamas Wärme und Papas streichelnde Hand – das ist es, was ein Baby gleich nach seiner Geburt als Erstes spüren sollte. Im Idealfall nicht nur ein paar Minuten, sondern eine ganze Stunde lang. Der Hautkontakt zwischen Mutter und Kind bereits im Kreißsaal, so wie früh und ungestört wie möglich, schafft eine enge Bindung und beruhigt das Kind. Direkt nach der Geburt liegt das Baby, mit einem warmen Tuch bedeckt, auf der Brust der Mutter. Diese „Magic Hour“ ist für Eltern und Kind das erste wichtige Miteinander. Bonding dient dabei nicht nur als Grundstein für die zukünftige Eltern-Kind-Beziehung, sondern ist auch wichtig für die spätere soziale Bindungsfähigkeit des Babys. Es gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit. Kinder, die schon im frühen Alter viel körperliche Zuwendung erfahren haben, zeigen später mehr Selbstbewusstsein und weniger Angst vor Neuem. Zudem hat die enge Bindung positive Effekte auf das Wohlbefinden und die Gesundheit. Dazu gehören z. B. die Fähigkeit zur Entspannung, weniger Stresshormone, ein stabiler Blutzuckerspiegel und seltenere Atemprobleme.

Zeit für zärtliche Momente

Es ist das Hormon Oxytocin, das bei Berührung Glücksgefühle ausschüttet. Es lässt uns Zuneigung und Nähe empfinden, besonders in emotionalen Momenten wie der Geburt. Dies gilt nicht nur für die Mutter: Väter spielen ebenso eine wichtige Rolle beim Bonding: Einerseits genießen sie den intensiven Hautkontakt zu ihrem Baby genauso sehr wie die Mutter. Andererseits kann der Vater beispielsweise nach einem Kaiserschnitt das Bonding für die Mutter übernehmen und dem Neugeborenen seine Körperwärme und Nähe schenken.

Die erste Bonding-Phase hilft beiden Elternteilen, selbstbewusst und sicher mit dem Kind umzugehen und die eigenen Fähigkeiten als Mutter oder Vater zu stärken. Durch diese erste gemeinsame Stunde, die „Magic Hour“, entsteht ein emotionaler Moment zwischen Eltern und Kind, der ein ganzes Leben prägen kann.

Nach der Geburt können Eltern den Bonding-Prozess mit verschiedenen Berührungsmomenten fortführen: zärtliche Kuscheleinheiten, gemeinsames Einschlafen, Babymassagen oder Babyspiele.



Gemeinsam ins Leben starten

Die Zeit unmittelbar nach der Geburt des Kindes ist besonders intensiv und emotional. Eltern und Baby lernen sich über sanfte Berührungen zum ersten Mal richtig kennen.
DAS KÖNNTE IHNEN AUCH GEFALLEN