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Vitamin-D-Mangel durch hohen Lichtschutzfaktor?

Tipps für die richtige Balance beim Sonnenschutz
Unsere Haut braucht Sonnenlicht für die lebenswichtige Vitamin-D-Synthese. Zu viel UV-Strahlung schadet ihr jedoch. Mit diesen Tipps gelingt der gesunde Mittelweg.

Schliessen sich Vitamin-D-Synthese und Sonnenschutz aus?

Im Winter können wir hierzulande kaum Vitamin D über die Haut bilden. Umso wichtiger ist es, dass wir im Sommer unseren Vitamin-D-Speicher auffüllen. Dafür sollte aber niemand auf einen ausreichenden Sonnenschutz verzichten.

Die schöne Seite der Sonne

Sonnenlicht wirkt stimmungsaufhellend und aktiviert den Stoffwechsel. Ausreichend Sonnenschutz ist trotzdem unbedingt zu empfehlen. Einen Vitamin-D-Mangel müssen wir im Sommer nicht befürchten.

Trotz Sonnenschutz: Ausreichend Vitamin D im Sommer

Vitamin D ist an lebenswichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt und wirkt sich positiv auf die Muskelkraft, die Knochengesundheit und sogar auf unsere Stimmung aus. Im Gegensatz zu anderen Vitaminen kann unser Körper Vitamin D aus verschiedenen Vorstufen selbst produzieren.

Die körpereigene Vitamin-D-Synthese erfolgt in der Haut und trägt zu 80 bis 90 Prozent zur Versorgung mit Vitamin D bei. Die Haut benötigt für diesen Prozess jedoch Sonnenlicht – genauer: UVB-Strahlung. Diese ist allerdings auch für die Entstehung von Sonnenbrand und Hautkrebs verantwortlich. Viele fragen sich deshalb: Stellt sich ein Vitamin-D-Mangel ein, wenn wir unsere Haut mit Sonnencreme vor Sonnenbrand schützen?

Entwarnung gibt Dr. Dominik Göddertz, Leiter des Produktentwicklungslabors NIVEA Sun: „Da Sonnenschutz nicht zu 100 Prozent die Strahlung abblocken kann, wird auch mit Sonnenschutz noch genug UVB zur Ankurbelung der Vitamin-D-Synthese durchgelassen.“ Im Sommer reiche das vollkommen aus, um trotz Lichtschutzfaktor genügend von dem wichtigen Vitamin D zu bilden. Dr. Göddertz: „Selbst bei einem LSF von 30 gelangen noch 3,3 Prozent der Strahlung in die Haut.“




Vitamin-D-Mangel: Und wie sieht es im Winter aus?

Im Sommer ist eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung selbst mit dem unverzichtbaren Sonnenschutz gesichert. Anders sieht es in den dunklen Monaten zwischen Oktober und März aus. In nördlichen Breitengraden – und damit auch in Deutschland – ist die Sonnenstrahlung in dieser Zeit zu schwach, um eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung sicherzustellen.

Glücklicherweise kann der Körper das Vitamin D, das er in den Sommermonaten produziert, im Fett- und Muskelgewebe speichern. Aus diesem Grund leidet hierzulande nur ein geringer Teil der Bevölkerung an einem tatsächlichen Vitamin-D-Mangel. Dennoch ist die Vitamin-D-Versorgung im Winter laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) bei 60 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend, um z. B. einen positiven Effekt auf die Knochengesundheit zu erzielen.

Damit unser Körper im Sommer ausreichend Vitamin D für die Wintermonate produzieren und speichern kann, benötigt die Haut genügend Sonnenlicht. Je nach Hauttyp und Jahreszeit sollten Erwachsene hierfür täglich etwa ein Viertel ihrer Hautfläche – also Gesicht und Hände sowie Teile von Armen und Beinen – für 5 bis 25 Minuten der Sonne aussetzen. Dringend abzuraten ist jedoch von Sonnenbädern ohne Sonnenschutz zugunsten der Vitamin-D-Synthese. Es drohen schwerwiegende Hautschäden wie Hautkrebs. Die gesündere Alternative ist die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten – selbstverständlich nur nach ärztlicher Absprache.


Gut drauf im Winter

Selbst an sonnigen Wintertagen ist die Sonnenstrahlung zu schwach für eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung. Ob wir gesund und fröhlich durch die kalte Jahreszeit kommen, hängt zum großen Teil von den Vitamin-D-Vorräten ab, die wir im Sommer mithilfe von Sonnenlicht aufgebaut haben.

Für eine gesunde und gut geschützte Haut

Vitamin D auf einen Blick

Welche Aufgaben erfüllt Vitamin D in unserem Körper? Woran lässt sich ein Vitamin-D-Mangel erkennen und können wir eine ausreichende Versorgung auch durch die Ernährung sicherstellen?

Mit zunehmendem Alter bildet die Haut weniger Vitamin D

Die Fähigkeit der Haut zur Vitamin-D-Synthese nimmt im Alter ab. Zudem bilden Personen mit dunkler Hautfarbe das Vitamin bei gleicher Sonnenbestrahlung langsamer als helle Typen. Wer sich z. B. im Beruf meist in geschlossenen Räumen aufhält, ist möglicherweise ebenfalls unterversorgt.


Bei wem besteht ein erhöhter Vitamin-D-Bedarf?

Einige Menschen sind häufiger von einem Vitamin-D-Mangel betroffen als andere. Die Gründe hierfür können ganz unterschiedlich sein:

  • Ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter verliert unsere Haut die Fähigkeit, Vitamin D zu produzieren. Hinzu kommt häufig eine Immobilität: Viele ältere Menschen halten sich deshalb zu selten im Freien auf, wodurch ihre Haut oft nicht ausreichend Sonnenlicht ausgesetzt ist.
  • Babys: Die zarte Haut von Babys reagiert sehr empfindlich auf Sonnenlicht, weil der Schutzmechanismus noch nicht ausgeprägt ist. Daher sollten sie grundsätzlich nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein. Aus diesem Grund erhalten Säuglinge von Geburt an Vitamin-D-Präparate.
  • Dunkle Hauttypen: Menschen mit dunkler Hautfarbe produzieren bei gleicher Sonnenstrahlung weniger Vitamin D als helle Hauttypen. Der Grund: Der hohe Gehalt an Melanin wirkt wie ein natürlicher Schutz vor Sonnenstrahlen. Gefährdet sind dunkle Hauttypen am ehesten in nördlichen Regionen mit wenigen Sonnenstunden.
  • Medizinische Ursachen: Bestimmte Erkrankungen, aber auch Medikamente können die Vitamin-D-Synthese der Haut beeinträchtigen, sodass eine Supplementierung notwendig ist.
  • Äußere Umstände: Wer sich z. B. aus beruflichen, kulturellen oder religiösen Gründen häufig in geschlossenen Räumen aufhält oder lichtdichte Kleidung trägt, leidet möglicherweise ebenfalls unter Vitamin-D-Mangel.


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