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Sind Schwimmhilfen für Kinder sinnvoll?

Eignen sich Schwimmflügel und Co. zum Schwimmenlernen?
Erfahren Sie, welche Schwimmhilfe die richtige für Ihr Kind ist und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Mit oder ohne Schwimmhilfen schwimmen lernen?

Beim Schwimmenlernen und Spielen im Wasser greifen viele Eltern auf Schwimmhilfen zurück. Aber ist das immer eine gute Idee? Ein DLRG-Experte klärt über Vor- und Nachteile der Hilfsmittel auf.

Schwimmanfänger nie aus den Augen lassen

Schwimmflügel ermöglichen Kindern Spielspaß im flachen Wasser, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Ertrinken. Eltern sollten ihre Kinder stets beaufsichtigen oder gemeinsam mit ihnen ins Wasser gehen.

„Schwimmhilfen können den Lernprozess behindern“

Die Bezeichnung „Schwimmhilfe“ täuscht häufig über die tatsächliche Funktion der Produkte hinweg und gibt Kindern und ihren Eltern ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Passender ist stattdessen der Ausdruck „Auftriebshilfe“. Die Schaumstoff- oder mit Luft gefüllten Produkte verhindern lediglich das sofortige Absinken des Kindes im Wasser. Die klassischen Schwimmflügel eignen sich außerdem als Unterstützung beim Planschen im flachen Wasser, sofern Eltern den Nachwuchs beaufsichtigen. Beim Schwimmenlernen können Schwimmhilfen jedoch hinderlich sein.

Sven Pringal, Bundesbeauftragter Schwimmen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), erklärt, warum das so ist: „Schwimmflügel und andere Schwimmhilfen behindern den Lernprozess des Kindes eher. Das ist wie Fahrradfahren mit Stützrädern: Sie bieten nur eine scheinbare Sicherheit und verzögern häufig das selbstständige Fahren ohne sie.“ Auf den Lerneffekt beim Schwimmen übertragen bedeutet dies: „Das Gefühl für den natürlichen Auftrieb im Wasser kommt mit Schwimmhilfen einfach nicht zustande und die richtige Armhaltung ist unmöglich. Außerdem bieten sie keinen Schutz vor dem Ertrinken.“

Die Gefahr wird jedoch häufig unterschätzt: „Eltern müssen das wissen. Sie dürfen ihre Kinder auch mit Auftriebsmitteln nicht aus den Augen lassen“, warnt Pringal.



Wann sind welche Schwimmhilfen sinnvoll?

Welche Auftriebsmittel gibt es und welche lassen sich sinnvoll im Schwimmunterricht einsetzen? Besonders wichtig ist ausreichend Bewegungsfreiheit, damit Kinder die Schwimmzüge fehlerfrei und in einer natürlichen Schwimmposition durchführen können.

Die richtigen Hilfsmittel für Ihr Kind

Zu den am weitesten verbreiteten Schwimmhilfen gehören Schwimmflügel und Schwimmscheiben. Sie eignen sich ab einem Alter von etwa 1 Jahr, Schwimmgürtel ab etwa 2 Jahren. Zum Planschen unter Aufsicht ist gegen diese Hilfsmittel nichts einzuwenden, zum Schwimmenlernen sind sie jedoch nicht geeignet. Mit sperrigen Schwimmflügeln und -scheiben an den Armen oder einem Schwimmgürtel am Bauch sind saubere Schwimmzüge für Kinder kaum möglich. Ohne Korrekturen durch einen Schwimmlehrer kann sich langfristig ein fehlerhafter Schwimmstil einschleichen.

In Schwimmkursen werden daher vor allem Schwimmbrett, Schwimmnudel und Schwimmsprossen eingesetzt. Die Hilfsmittel aus robustem PE-Schaum sorgen für zusätzlichen Auftrieb. Anfänger können sich zum Beispiel mit den Armen am Schwimmbrett festhalten und ganz gezielt den Beinschlag üben. Mit einer Schwimmnudel zwischen Armen und Brust geklemmt lassen sich in recht natürlicher Wasserlage Arm- und Beinbewegungen gut ausführen und koordinieren.

„In der Schwimmausbildung können diese Hilfsgeräte durch den Ausbilder zielgerichtet und sinnvoll eingesetzt werden, um zum Beispiel bestimmte Bewegungsabläufe zu erlernen“, so Sven Pringal. Wann genau Schwimmhilfen zum Einsatz kommen, entscheiden die Schwimmlehrer ganz individuell in Abhängigkeit vom Leistungsstand des Kindes.


Schwimmen lernen: Nur wenige Schwimmhilfen geeignet

Auf dem Weg zum Seepferdchen-Abzeichen kommen Schwimmhilfen wie Schwimmbretter und Schwimmnudeln zum Einsatz. Sie bieten den Kindern ausreichend Bewegungsfreiheit. So lässt sich z. B. ein neuer Schwimmstil am besten erlernen.


Schwimmhilfen: Einteilung nach Schwimmklassen

Die Einteilung in die Klassen A, B, und C hilft Eltern bei der Auswahl der passenden Schwimmhilfe für ihr Kind. Entscheidend sind hierbei das Alter und die Fähigkeiten der jungen (Nicht-)Schwimmer.

So früh wie möglich schwimmen lernen

Egal, ob mit oder ohne Schwimmhilfe: Kinder sollten so früh wie möglich schwimmen lernen. Ab etwa 4 Jahren können sie das Seepferdchen-Abzeichen machen. Schwimmkurse für Kinder bietet zum Beispiel die DLRG oder der örtliche Schwimmverein an.

Schwimmhilfe kaufen: Tipps

  • Kaufen Sie die Schwimmhilfe in einem Fachgeschäft. Produkte, die am Strand angeboten werden, bieten unter Umständen keine ausreichende Qualität.
  • Wählen Sie die passende Klasse (A, B, C) für Ihr Kind aus. Die Klasse sollte zusammen mit dem zulässigen Höchstgewicht auf der Verpackung ablesbar sein.
  • Achten Sie auf die europäische Norm EN 13138. Die Nummer muss ebenfalls gut lesbar auf der Verpackung abgedruckt sein.
  • Das GS-Siegel ist ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal.
  • Aufblasbare Schwimmhilfen müssen mindestens zwei Luftkammern besitzen. So liefern sie immer noch genügend Auftrieb, falls eine beschädigt wird.
  • Wählen Sie Produkte mit Rückschlagventil. Es lässt selbst geöffnet kaum Luft wieder nach außen entweichen.
  • Riecht das Produkt stark nach Kunststoff, könnte es Schadstoffe enthalten.
  • Achten Sie darauf, dass die Produkte keine scharfkantigen Nähte haben.
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